Humanismus

Was bedeutet Humanismus?

Im Humanismus besteht die Annahme, dass Menschen in der Lage sind, sich bestmöglich zu entwickeln. In vielen Bereichen des alltäglichen Lebens trifft der Humanismus auf verschiedene Punkte. Egal ob es die Medizin oder das ökologische zusammenleben vieler Menschen betrifft, es ist von elementaren nutzen. Das heißt, sie können ihre Persönlichkeit voll entfalten. Das Menschenbild des Humanismus ist insofern positiv und optimistisch. Dem Humanismus liegt ein Bildungsideal zugrunde, welches eine vollständige Persönlichkeitsentfaltung ermöglicht. Mit dem Humanismus geht häufig eine Gesellschaftskritik einher, bei der anklingt, dass unter den derzeitigen gesellschaftlichen Bedingungen, eine volle Entfaltung der Persönlichkeit (noch) nicht möglich ist bzw. die Verhältnisse dieser entgegenstehen.

Der Begriff des Humanismus tauchte im deutschen Sprachraum erstmals im 19. Jahrhundert auf. Unter dem Begriff subsummieren sich diverse geistige Strömungen mit zum Teil gegensätzlichen Ausformungen.

Humanismus

Renaissance-Humanismus

Eine der bedeutendsten Strömungen im Humanismus ist der Renaissance-Humanismus. Mit seinem Zentrum in Florenz breitete er sich im 15. und 16. in großen Teilen Europas aus. In Abgrenzung zum Mittelalter besann man sich auf Ideale und Normen der Antike. Ein Fokus der Humanisten war auf eine umfassende Bildungsreform gerichtet. Diese sollte Wissen und Tugend mit einer optimalen Entfaltung der Persönlichkeit verbinden. Besonders wichtig erschien den Renaissance-Humannisten die Pflege und Verbesserung des sprachlichen Ausdrucks, weshalb den Literatur- und Sprachwissenschaften in ihrem Bildungskanon eine zentrale Rolle zufiel.

In der Sprache sahen viele Humanisten auch das spezifisch Menschliche, was den Menschen vom Tier abgrenzt. Der Erwerb eines hohen Sprachniveaus galt entsprechend als maßgeblich, um aus einem Menschen einen „richtigen“ Menschen zu machen. Dichtkunst und Rhetorik waren Königsdisziplinen der Edukation. Im Humanistischen Weltbild sollte Bildung allen Menschen ermöglicht werden. So waren auch Frauen eingeladen, an der humanistischen Bildung teilzunehmen. https://de.wikipedia.org/wiki/Medizin_der_Renaissance

Humanistische Psychologie

Die humanistische Psychologie ist ebenfalls auf eine volle Entfaltung der Persönlichkeit ausgerichtet. Selbstverwirklichung und Wachstum hin zu einem schöpferischen Menschen stellen hohe Ideale dar. Der Fokus liegt aber – anders als im Renaissance-Humanismus – nicht primär auf sprachlichem Ausdruck und antiken Idealen. Vielmehr geht es um das Potential des Menschen, sich selbst zu steuern und zu verstehen. Damit hat ein Mensch die Möglichkeit, sein Verhalten zu verändern. Wenn das soziale Umfeld seine Selbstentfaltung stört oder gar blockiert, entstehen psychische Störungen. Weitere Annahmen der humanistischen Psychologie beziehen sich darauf, den Menschen als Ganzes zu sehen. Sein Bedürfnis in zwischenmenschlichen Beziehungen zu leben anzuerkennen und ihn als ein sich selbst steuerndes und bezogenes Wesen wahrzunehmen.

Humanismus in der Medizin

Das humanistische Besterben, sich vom Mittelalter abzugrenzen und auf Wissen der Antike zurückzugreifen, machte auch vor der Medizin nicht halt. Zwischen den Schriften antiker Autoren über medizinische Heilverfahren ergaben sich allerdings häufig Widersprüche. So hat sich innerhalb der Medizin eine Tradition herausgebildet, die sich vom Glauben an alte Autoritäten abwendet und sich an empirischen Tatbeständen orientiert. Entsprechend müssen Mediziner in ihrer Ausbildung ein propädeutisches Studium, also eine Einführung in die Sprache und Methoden der Wissenschaft, absolvieren. Bezogen auf die psychosomatische Medizin haben sich außerdem Konzepte der humanistischen Psychologie durchgesetzt. Der Mensch wird als ganzheitliches Wesen mit individueller Persönlichkeit betrachtet.

Fazit

Der Humanismus kann als kulturelle Strömung begriffen werden, in der der Mensch im Mittelpunkt steht. Eine zentrale Frage ist, was das Menschsein bedeutet. Ein Mensch soll sich bestmöglich entwickeln. Dabei dient er nicht den Zwecken anderen, sondern ist auf sich selbst und seine Fähigkeiten gerichtet. Entsprechend hat jeder Mensch Würde, welche nach heutigen internationalen Konventionen unantastbar ist.